{"id":10061,"date":"2026-07-24T10:37:02","date_gmt":"2026-07-24T10:37:47","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/?page_id=10061"},"modified":"2026-07-25T14:46:23","modified_gmt":"2026-07-25T14:46:23","slug":"juedische-schule-goeppingen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/en\/sachthemen\/juedische-schule-goeppingen\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>The introduction of the discriminatory \u2018German School\u2019 from 1936<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das NS-Regime nahm den reichsweiten Pogrom vom November 1938 zum Anlass, allen j\u00fcdischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ab dem 15. November 1938 den Besuch der staatlichen Schulen zu verbieten. In G\u00f6ppingen erfolgte die Ausweisung der j\u00fcdischen Kinder aus den Volksschulen (= Grundschule und allgemeinbildende Schule bis Klasse 8) schon ab dem Mai 1936. Die bisher nach Konfessionszugeh\u00f6rigkeit (evangelisch\/katholisch) getrennt gef\u00fchrten staatlichen Schulen wurden aufgel\u00f6st und durch neue konfessionell gemischte ersetzt. Das betraf in G\u00f6ppingen die beiden evangelischen Volksschulen, also die Knabenschule im Geb\u00e4ude der heutigen Uhland-Realschule wie auch die M\u00e4dchenschule, die zum Teil im Geb\u00e4ude der heutigen Schiller-Realschule, zum Teil im Geb\u00e4ude des heutigen M\u00f6rike-Gymnasiums beheimatet war. Dort befand sich auch die Katholische Volksschule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00fcdische und konfessionslose Kinder waren in G\u00f6ppingen bisher den \u201aevangelischen\u2018 Schulen zugeordnet gewesen. Rabbiner und\/oder j\u00fcdische Vorbeter (Kantoren) fungierten bis Ende 1933 an h\u00f6heren Schulen als Religionslehrer, \u00e4hnlich wie es bei den Geistlichen der christlichen Konfessionen der Fall war. J\u00fcdischen Lehrern war der Eintritt und Verbleib in den staatlichen allgemeinbildenden Schuldienst erst seit wenigen Jahrzehnten m\u00f6glich geworden. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war der sp\u00e4tere G\u00f6ppinger Kantor Carl Bodenheimer (siehe Stolperstein-Biografie <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/bodenheimer-sophie\/\">Sophie Bodenheimer<\/a>) am Widerstand katholischer Eltern gescheitert, als er Lehrer an einer staatlichen <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Kuelsheim-Lehrerstreit-ueberarbeitet.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Kuelsheim-Lehrerstreit-ueberarbeitet.pdf\">Schule in K\u00fclsheim<\/a> (Main-Tauber-Kreis) werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem <a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/themen-entdecken\/online-entdecken\/geschichtsgalerien\/7-april-1933-gesetz-zur-wiederherstellung-des-berufsbeamtentums\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/themen-entdecken\/online-entdecken\/geschichtsgalerien\/7-april-1933-gesetz-zur-wiederherstellung-des-berufsbeamtentums\/\">Gesetz zur \u201aWiederherstellung des Berufsbeamtentums\u2018<\/a> vom 7. April 1933 waren alle j\u00fcdischen Lehrer aus dem deutschen Staatsdienst entlassen worden (Paragraph 3). F\u00fcr die G\u00f6ppinger Schulen hatte dies keine Auswirkungen, da keine j\u00fcdischen Lehrkr\u00e4fte t\u00e4tig waren. Allerdings durfte Frau Dr. med. Doris Steinthal-Thoren nicht l\u00e4nger als Referentin f\u00fcr Gesundheitslehre und damit auch f\u00fcr \u201aRassenkunde\u2018 an der 1-j\u00e4hrigen Frauenschule unterrichten, weil sie mit dem Christen Dr. med. Erich Steinthal verheiratet war, der den Nazis aber als \u201aJude\u2018 galt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das neue Volksschulkonzept des W\u00fcrttembergischen NS-Kultministeriums wurde als \u201aDeutsche Schule\u2018 bezeichnet, die Trennung nach Geschlechtern wurde \u00fcbrigens beibehalten. Der auch aus heutiger Sicht sinnvolle Abbau von konfessionellen Schranken sollte aber nicht der Toleranz dienen: Der NS-Staat versuchte mit diesem Schritt, den Einfluss der christlichen Kirchen, speziell der katholischen, zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, um seine eigene v\u00f6lkische, rassistische und inhumane Ideologie \u201aungest\u00f6rt\u2019 den Kindern vermitteln zu k\u00f6nnen. Aus der gleichen Motivation heraus untersagte er j\u00fcdischen Kindern im Allgemeinen den Besuch der \u201aDeutschen Schule\u2018, denn sie geh\u00f6rten nach dem rassistischen Wahn der Nazis nicht der \u201aDeutschen Volksgemeinschaft\u2018 an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut dokumentiert ist dieser Schritt zur \u201aDeutschen Schule\u2018 bei der Evangelischen Knabenschule. Schon deren Umbenennung der Schule in \u201aHans-Schemm-Schule\u2018 macht deutlich, dass hier nach der Ideologie der Nazis unterrichtet werden sollte. (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Schemm\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Schemm\">Hans Schemm<\/a> war unter anderem der Gr\u00fcnder des \u201aNationalsozialistischen Lehrerbunds\u2018).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"748\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-1024x748.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10077\" style=\"width:600px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-1024x748.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-300x219.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-768x561.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-1536x1122.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-2048x1496.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Einweihung-der-Deutschen-Schule-Hans-Schmm-Schule-am-7.-Mai-1936-676x494.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Einweihung der Deutschen Schule Hans-Schemm-Schule<br>am 7. Mai 1936 (Quelle: ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine vergleichbare Verdr\u00e4ngung der j\u00fcdischen Kinder erfolgte auch an der Evangelischen M\u00e4dchenschule, die jetzt den Namen Schillerschule\/Deutsche M\u00e4dchenvolksschule trug. Auch die ehemalige Katholische Volksschule wurde aufgel\u00f6st und in die beiden \u201aDeutschen Schulen\u2018 integriert. J\u00fcdische Kinder, die an einer der Evangelischen Volksschulen eingeschult waren, mussten diese verlassen. Doris Rosenkranz * 1927 erinnerte sich zum Beispiel, dass sie nach zwei Jahren des Schulbesuchs (vermutlich 1936) die staatliche Schule in G\u00f6ppingen verlassen musste, was ihr lebenslang eine traumatische Erinnerung blieb. Ihre Mutter entschied sich nach diesem Einschnitt, nach Stuttgart zu ziehen, wo Doris noch bis November 1938 eine staatliche Schule besuchen konnte. Mutter und Tochter flohen 1939 in die Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Sicht j\u00fcdischer Kinder und Eltern gab es freilich schon vor dem Mai 1936 Gr\u00fcnde, die es ratsam erscheinen lie\u00dfen, die Kinder vor der \u201aVolksgemeinschaft\u2018 zu sch\u00fctzen. So erinnert sich der gefl\u00fcchtete G\u00f6ppinger Hermann Freudenberger in einem Brief aus dem Jahr 1966: <em>\u201eIch konnte<\/em> <em>nicht mit ansehen, wie meine Kinder in der Schule behandelt wurden\u201c<\/em>. Freilich hing es stark vom Anstand des Lehrers ab, ob den Nazi-Pimpfen Einhalt geboten wurde, und ein Lehrer wie Karl Baun, der seinen Sch\u00fclern an der Evangelischen Knabenschule klarmachte, dass der j\u00fcdische Klassenkamerad Erich Steiner \u201azu uns\u2018 geh\u00f6rt, war sicher eine positive Ausnahme. (Der ehemalige Sozialdemokrat <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Karl-Baun-Text-Taudte.pdf\">Karl Baun<\/a> war bis zu seiner zwangsweisen Absetzung durch die Nazis Lehrer und Rektor der Schule.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere St\u00e4dte und Gemeinden des Landkreises G\u00f6ppingen gaben in unterschiedlichem Tempo dem Druck zur Etablierung der \u201aDeutschen Schule\u2018 nach. Ein Blick in das Adressbuch von 1937 zeigt, dass vor allem gr\u00f6\u00dfere Gemeinden\/St\u00e4dte wie Eislingen, Ebersbach und Reichenbach\/Fils eine \u201aDeutsche Schule\u2018 aufwiesen, aber auch kleinere Einheiten wie Salach, Wangen und Holzheim. In der Mehrzahl der kleineren Gemeinden existierten damals aber noch die konfessionell getrennten Schulen. Nicht \u00fcberall wurde die Aufhebung der Bekenntnisschule von der ganzen Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die S\u00fc\u00dfener Archivarin Carola Eberhard beschreibt die dortige Entwicklung: <em>\u201eVom Mai \u2013 Juli 1936 betrieb der B\u00fcrgermeister die Aufl\u00f6sung der bisherigen Konfessionsschulen. Die Umwandlung der evangelischen Schule wurde im Juli 1936 beantragt, die katholische Schule wurde (nach vielen Protesten) im Oktober aufgehoben und die Sch\u00fcler in die \u201aDeutsche Schule\u2018 \u00fcbernommen<\/em>.&#8221; Erstaunlicherweise durfte der j\u00fcdische Sch\u00fcler Hugo Lang die S\u00fc\u00dfener \u201aDeutsche Schule\u2018 bis November 1938 besuchen, also bis zum Abschluss der 8. Klasse. Seinem um ein Jahr j\u00fcngeren Cousin Kurt Lang, der die G\u00f6ppinger Hohenstaufen-Oberschule besucht hatte, wurde dagegen im Oktober 1938 der \u00dcbertritt in die \u201aDeutsche Schule\u2018 S\u00fc\u00dfens verwehrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Gr\u00fcndung einer privaten J\u00fcdischen Schule in G\u00f6ppingen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Schulbildung der j\u00fcdischen Kinder zu gew\u00e4hrleisten, beschloss der Vorstand der G\u00f6ppinger Israelitischen Gemeinde, trotz <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Interner-Link-Die-oekonomische-Situation.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Interner-Link-Die-oekonomische-Situation.pdf\">knapper finanzieller Mittel<\/a> eine Schule f\u00fcr die j\u00fcdischen Kinder ab dem Grundschulalter einzurichten. Als Schulraum wurde das Erdgeschoss des Rabbinerhauses in der Freihofstr. 46 als Schulraum vorgesehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-1024x681.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10081\" style=\"width:600px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-300x199.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-768x511.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-1536x1021.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-2048x1362.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Freihofstr.-46-Rabbinerhaus-vorn-676x449.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rabbinerhaus, Freihofstr. 46<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Raum war nach dem Wegzug von<a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Levi-Berthold-Zeittafel-aktuelle-Fassung.pdf\" data-type=\"attachment\" data-id=\"8966\"> Kantor Levi<\/a> frei geworden, der in den Ruhestand getreten war. Im oberen Stockwerk des Hauses lebte bis Dezember 1937 noch <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/taenzer-berta\/\">Bertha T\u00e4nzer<\/a>, die Witwe von Rabbiner Dr. Aron T\u00e4nzer, w\u00e4hrend sein Nachfolger, Rabbiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luitpold_Wallach\">Luitpold Wallach<\/a>&nbsp;in der Rosenstr. 8 eine Wohnung gefunden hatte. Auch der neu eingestellte Lehrer und Kantor Fritz Max Erlanger wohnte in der Schillerstra\u00dfe zur Miete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den Aktiven in der Israelitischen Gemeinde war es vor allem <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/guggenheim-pauline\/\" data-type=\"page\" data-id=\"414\">Julius Guggenheim<\/a>, der zur Einrichtung der J\u00fcdischen Schule beigetragen hatte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"801\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-801x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10087\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-801x1024.jpg 801w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-235x300.jpg 235w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-768x982.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-1201x1536.jpg 1201w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-1601x2048.jpg 1601w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-676x864.jpg 676w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Julius-Guggenheim-1882-1960-scaled.jpg 2002w\" sizes=\"auto, (max-width: 801px) 100vw, 801px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Julius Guggenheim (1882-1960) (Quelle: ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei seinem Wegzug aus G\u00f6ppingen, wo er 10 Jahre lang dem Gemeindevorstand angeh\u00f6rt hatte, ehrten ihn seine Vorstandskollegen (Abschiedsschreiben vom 12. Mai 1937):<br><em>\u201eVon all dem war die Gr\u00fcndung der J\u00fcdischen Privatschule in G\u00f6ppingen das Bedeutendste und Grundlegendste, und damit ging die Suche nach einem geeigneten Lehrer einher, der zugleich als Kantor fungieren konnte. Mit liebevoller Sorgfalt und unerm\u00fcdlichem Eifer haben Sie diese Aufgabe \u00fcbernommen und dank Ihrer unerm\u00fcdlichen Bem\u00fchungen das angestrebte Ziel erreicht.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Lehrer und Kantor, der in dem Dankschreiben erw\u00e4hnt wird, handelt es sich um den erw\u00e4hnten <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/erlanger-fritz-max\/\" data-type=\"page\" data-id=\"376\">Fritz Max Erlanger<\/a><strong>. <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"639\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fritz-Max-Erlanger-im-Tuebinger-Neckarfreibad.-Das-Foto-muss-vor-dem-Mai-1933-aufgenommen-worden-sein-denn-ab-diesem-Zeitpunkte-war-es-Juden-per-Gemeindera-1024x639.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8895\" style=\"width:600px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fritz-Max-Erlanger-im-Tuebinger-Neckarfreibad.-Das-Foto-muss-vor-dem-Mai-1933-aufgenommen-worden-sein-denn-ab-diesem-Zeitpunkte-war-es-Juden-per-Gemeindera-1024x639.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fritz-Max-Erlanger-im-Tuebinger-Neckarfreibad.-Das-Foto-muss-vor-dem-Mai-1933-aufgenommen-worden-sein-denn-ab-diesem-Zeitpunkte-war-es-Juden-per-Gemeindera-300x187.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fritz-Max-Erlanger-im-Tuebinger-Neckarfreibad.-Das-Foto-muss-vor-dem-Mai-1933-aufgenommen-worden-sein-denn-ab-diesem-Zeitpunkte-war-es-Juden-per-Gemeindera-768x479.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fritz-Max-Erlanger-im-Tuebinger-Neckarfreibad.-Das-Foto-muss-vor-dem-Mai-1933-aufgenommen-worden-sein-denn-ab-diesem-Zeitpunkte-war-es-Juden-per-Gemeindera-676x422.jpg 676w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fritz-Max-Erlanger-im-Tuebinger-Neckarfreibad.-Das-Foto-muss-vor-dem-Mai-1933-aufgenommen-worden-sein-denn-ab-diesem-Zeitpunkte-war-es-Juden-per-Gemeindera.jpg 1175w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fritz Max Erlanger im T\u00fcbinger Neckarfreibad,<br>aufgenommen vor Mai 1933 (Quelle: ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben ihm unterrichte auch der Rabbiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luitpold_Wallach\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luitpold_Wallach\">Dr. Luitpold Wallach<\/a>,<em> <\/em>auch ist von \u201aHilfskr\u00e4ften\u2018 die Rede. Fotos von einem Schulausflug zeigen neben dem Lehrer Erlanger noch weitere junge Erwachsene, die aber nicht identifiziert werden konnten.<em> <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"1002\" height=\"680\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Schulausflug.-Lehrer-Erlanger-hinten-mit-weissem-Hemd.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10085\" style=\"width:600px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Schulausflug.-Lehrer-Erlanger-hinten-mit-weissem-Hemd.jpg 1002w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Schulausflug.-Lehrer-Erlanger-hinten-mit-weissem-Hemd-300x204.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Schulausflug.-Lehrer-Erlanger-hinten-mit-weissem-Hemd-768x521.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Schulausflug.-Lehrer-Erlanger-hinten-mit-weissem-Hemd-676x459.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 1002px) 100vw, 1002px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fritz Max Erlanger (helles Hemd) mit seien Sch\u00fclern 1936\/37 (Quelle; ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle j\u00fcdischen Eltern aus G\u00f6ppingen wollten ihr Kind der neuen Schule anvertrauen, in der mehrere Jahrg\u00e4nge in einem einzigen Klassenraum unterrichtet wurden \u2013 vergleichbar einer fr\u00fcheren Dorfschule. So k\u00f6nnte der Wegzug von Doris Rosenkranz nach Stuttgart auch damit zu erkl\u00e4ren sein. Auch die Entscheidung der Eltern von <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/fleischer-irma-und-julius\/\" data-type=\"page\" data-id=\"401\">Richard Fleischer<\/a> * 1927 k\u00f6nnte man in diesem Zusammenhang verstehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"705\" height=\"752\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Richard-Fleischer-im-Jahr-1933-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10106\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Richard-Fleischer-im-Jahr-1933-1.jpg 705w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Richard-Fleischer-im-Jahr-1933-1-281x300.jpg 281w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Richard-Fleischer-im-Jahr-1933-1-676x721.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Richard Fleischer im Jahr 1933 (Quelle: ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er schrieb: <em>\u201eMeine Schule war in der Uhlandstra\u00dfe <\/em>(heute Burgstra\u00dfe, Uhland-Grund- und Realschule \u2013 Anm. d. Verf.)<em>. Ich verlie\u00df die Schule bzw. wurde 1936 herausgenommen. Meinem Vater wurde klargemacht, dass ich unter keinen Umst\u00e4nden hierbleiben kann. Mein Vater schickte mich<\/em> <em>nach Esslingen.\u201c<\/em> (Gemeint ist das j\u00fcdische Waisenhaus und Internat \u201a<a href=\"http:\/\/www.freunde-juedischer-kultur-esslingen.de\/orte2.htm\">Wilhelmspflege<\/a> in Esslingen \u2013 Anm. d. Verf.) &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schwierig ist es zu kl\u00e4ren, wie viele und welche Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die G\u00f6ppinger J\u00fcdische Schule besuchten. Der ehemalige Sch\u00fcler Herbert Steiner<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"400\" height=\"734\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Herbert-Steiner.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10082\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Herbert-Steiner.jpg 400w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Herbert-Steiner-163x300.jpg 163w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Herbert Steiner (Quelle: ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">bezieht sich auf die Zeit von der Er\u00f6ffnung der Schule im September 1936 bis zu seiner Flucht im Dezember 1938: <em>\u201eWenn ich mich richtig erinnere, hatten wir ungef\u00e4hr 20 &#8211; 30 Kinder im Alter von 6 bis 14 in einem<\/em> <em>Zimmer\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Mitsch\u00fclerin Beate D\u00f6rzbacher (sp\u00e4ter Betty Greenberg), ebenfalls Jahrgang 1927, bewahrte ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Fritz-Erlangers-Abschiedsgedicht-fur-Beate-Dorzbacher.pdf\">Poesiealbum&nbsp;<\/a>auf, das sie von ihrem Lehrer Fritz Erlanger zum Abschied im Juli 1937 erhalten hatte. Es enth\u00e4lt die Unterschriften von 17 ihrer Klassenkameraden. Diese Zahl von insgesamt 18 Schulkindern entspricht von der Gr\u00f6\u00dfenordnung her der Zahl von 17 Sch\u00fclerInnen, die im Buch von Paul Sauer, \u201aDie Schicksale der j\u00fcdischen B\u00fcrger Baden-W\u00fcrttembergs 1933 &#8211; 1945\u2018 auf Seite 66 genannt wird. Sauer bezieht sich dabei auf das Amtsblatt des W\u00fcrttembergischen Kultministeriums vom 27. November 1937. Von den Sch\u00fclerInnen, die zu diesem Stichtag die Schule besuchten, wohnten zwei in S\u00fc\u00dfen (<a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/suessen\/lang-eva-und-leopold\/\">Ruth Lang<\/a> und <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/suessen\/lang-franziska-und-lazarus-louis\/\">Siegfried Lang<\/a>) und zwei in Eislingen (<a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/eislingen\/plawner-mina-pnina-rachel-dina-und-wolf-bernard\/\">Pnina Plawner<\/a> und Leo Lerner); die \u00fcbrigen kamen aus G\u00f6ppingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem Nachlass von Leo Lerner stammt ein Klassenfoto, das 20 Kinder und den Lehrer Erlanger zeigt.<em> <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"688\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-1024x688.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10103\" style=\"width:600px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-1024x688.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-300x201.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-768x516.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-1536x1032.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-2048x1375.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juedische-Schule-Goeppingen-ca.-1939.-Ganz-vorne-im-weissen-Klaid-Pnina-Plawner-676x454.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">J\u00fcdische Schule G\u00f6ppingen ca. 1939.<br>Ganz vorne im wei\u00dfen Kleid Pnina Plawner.(Quelle:???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es muss vor der Flucht von Leo Lerners Familie, die am 31. Mai 1939 erfolgte, aufgenommen worden sein. Die Zahl von 21 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern legt nahe, dass nach dem Wegzug von zumindest sechs Kindern seit dem Juli 1937 eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von neuen Kindern in die Schule gekommen waren. Leider sind die Namen dieser Neuzug\u00e4nge nicht alle bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 beabsichtigten die Nazis, au\u00dfer der Synagoge auch das benachbarte Rabbinerhaus und damit das Schulgeb\u00e4ude zu zerst\u00f6ren. Nach dem Krieg beanspruchte der Feuerwehrger\u00e4teverwalter und zust\u00e4ndige Hausverwalter des Feuerwehr-Magazins Max Eder (1881-1950), ein ehemaliger Sozialdemokrat, seit 1937 Mitglied der NSDAP, in einer eidesstattlichen Erkl\u00e4rung, dies verhindert zu haben. Er habe sich mit Erfolg geweigert, den SA-Brandstiftern \u00dcbungsbrands\u00e4tze aus dem Bestand der Feuerwehr auszuh\u00e4ndigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Pogromnacht war j\u00fcdischen Kindern der Besuch jeder staatlichen Schule durch die NS-Verwaltung untersagt worden und somit kam es zu Neuzug\u00e4ngen auf die G\u00f6ppinger J\u00fcdische Schule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der G\u00f6ppinger M\u00e4dchenrealschule musste z. B. <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/bernheimer-2\/\" data-type=\"page\" data-id=\"7252\">Margot Bernheimer<\/a> auf die J\u00fcdische Schule wechseln und aus der ca. 20 km entfernten Stadt Kirchheim\/Teck kamen jetzt <a href=\"https:\/\/www.renatereutlinger-stlouis.com\/renates-book\">Renate Reutlinger<\/a> und <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Ruth-Vollweiler-TB.pdf\">Ruth Vollweiler<\/a> mit dem Bus t\u00e4glich nach G\u00f6ppingen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"688\" src=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938-1024x688.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10083\" style=\"width:600px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938-1024x688.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938-300x202.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938-768x516.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938-1536x1032.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938-676x454.jpg 676w, https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Margot-Bernheimer-mit-ihrem-VaterEugen-im-Jahr-1938.jpg 1776w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Margot Bernheimer mit ihrem Vater Eugen im Jahr 1938 (Quelle: ???)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nachweisbaren Neuzug\u00e4nge best\u00e4tigen, dass der Unterricht auch nach der Pogromnacht, zumindest nach Lehrer Erlangers Entlassung aus dem KZ Dachau, weitergef\u00fchrt werden konnte. Ob und wenn ja wie lange, das Rabbinerhaus noch als Unterrichtsraum genutzt wurde, ist unklar. Sp\u00e4testens mit dem 9. Juni 1939 d\u00fcrfte der Schulbetrieb dort geendet haben, denn zu diesem Zeitpunkt erwarb die Stadt G\u00f6ppingen das Geb\u00e4ude, das laut Adressbuch unbewohnt blieb. Dass die NS-Stadtverwaltung den Unterricht j\u00fcdischer Kinder in \u201aihrem\u2018 Geb\u00e4ude gestattet hat, ist unwahrscheinlich. Da es aber Hinweise gibt, dass noch bis ins Jahr 1940 unterrichtet wurde, d\u00fcrfte die J\u00fcdische Schule einen anderen Unterrichtsraum gefunden haben. R\u00e4ume im Hotel Dettelbacher, das von der Israelitischen Gemeinde angemietet worden war, kommen nicht in Frage, denn auch dieses Geb\u00e4ude musste an die Stadt G\u00f6ppingen verkauft werden, die es im Juli 1939 abrei\u00dfen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Dezember 1940, als das j\u00fcdische Kind&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inge_Auerbacher\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inge_Auerbacher\">Inge Auerbacher<\/a><strong>&nbsp;<\/strong>mit sechs Jahren schulreif wurde, kann die G\u00f6ppinger J\u00fcdische Schule, egal in welcher R\u00e4umlichkeit, aber nicht mehr existiert haben. Inge musste mit dem Zug nach Stuttgart fahren, um dort die einzige j\u00fcdische Schule im weiten Umkreis zu besuchen. Im Jahr 1942 schloss die NS-Verwaltung auch die letzten noch bestehenden J\u00fcdischen Schulen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zum Lehrplan der J\u00fcdischen Schule<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche F\u00e4cher wurden auf der j\u00fcdischen Schule unterrichtet und welche Lernziele wurden angestrebt? Der Sch\u00fcler Herbert Steiner erinnerte sich:<br>\u201e<em>Die F\u00e4cher in der J\u00fcdischen Schule waren \u2019normal\u2018, aber nat\u00fcrlich mit nur einem Lehrer und etwa 30 Sch\u00fcler in allen Stufen war der Unterricht schon ein bisschen chaotisch. Als ich 1939 in Amerika ankam,<\/em> <em>wusste ich mehr \u00fcber Mathematik als die meisten Kinder hier, aber Englisch war mir fremd, die religi\u00f6se Erziehung spielte keine gro\u00dfe Rolle.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herbert Steiner, geboren 1927, kam im Grundschulalter von der Evangelischen Knabenschule auf die J\u00fcdische Schule, die in seinem Urteil \u201aganz gut wegkommt\u2018. Anders d\u00fcrfte die drei Jahre \u00e4ltere Margot Bernheimer die Schule erlebt haben, als sie im Herbst 1938 von der M\u00e4dchenrealschule auf die J\u00fcdische Schule wechseln musste: Ein einem Brief schreibt sie:<br><em>\u201cDie meisten j\u00fcdischen Kinder, die nun nicht mehr zur Schule gehen konnten, besuchten die sehr bescheidene Schule, die die Gemeinde mit einem Lehrer und einigen ehrenamtlichen Helfern in dem Gemeindehaus unterhielt, das nach der Zerst\u00f6rung der Synagoge noch stand. Ich war eines von ihnen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Lehrer Erlanger mit seinem Unterricht bewirken wollte, wird in einem Artikel im \u201aIsraelitischen Wochenblatt\u2018 vom 16. M\u00e4rz 1938 deutlich, wo von einem Elternabend berichtet wird:<br><em>\u201eEr warnte vor den bisherigen Berufen, welche unsere Jugend nirgends in der Welt aussichtsreich seien. Chancen hat heute nur ein manueller Arbeiter, vor allem der Handwerker und der Landwirt, und auch diese nur bei gr\u00fcndlicher Vorbildung. Der Redner hob sodann die einzelnen im In- und Ausland heute gegebenen Ausbildungsm\u00f6glichkeiten hervor und beleuchtete im besonderen Hascharah und Jugend-Alijah <\/em>(Vorbereitung f\u00fcr die Auswanderung nach Pal\u00e4stina \u2013 Anm. d. Verf.).\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Terror und Mord<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der j\u00fcdischen Schule waren die Kinder vor ungerechten Lehrern und geh\u00e4ssigen Mitsch\u00fclern gesch\u00fctzt. Die brutale Wirklichkeit holte sie aber au\u00dferhalb des Schul- und Elternhauses wieder ein. Herbert Steiner schreibt aus leidvoller Erfahrung:<br>\u201e<em>Der direkte Weg zur Schule von der Bahnhofstra\u00dfe 6 war nicht sehr lang, aber die Umwege, die ich machen musste, um die geschmissenen Steine von den anderen Schulbuben zu<\/em> <em>vermeiden, machte es zu einem ernsten Unternehmen\u201c<\/em>.<br>Bedrohlich f\u00fcr das Eislinger Kind Leo Lerner war auch die Busfahrt nach G\u00f6ppingen. Auf dem Weg zur Eislinger Bushaltestelle wurde er regelm\u00e4\u00dfig verspottet und angegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Namentlich bekannte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der J\u00fcdischen Schule in G\u00f6ppingen (Stand 03.06.2026)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Inge Banemann * 08.03.1930 in GP, deportiert 01.12.1941 nach Riga, ermordet<br><\/li>\n\n\n\n<li>Margot Bernheimer * 16.12.1924 in GP, am 15.07.1939 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Edith Block * 07.06.1928 in GP, am 05.07.1938 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Irene Block * 04.07.1930 in Stuttgart, am 10.07.1938 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Beate D\u00f6rzbacher * 20.11.1927 in GP, am 05.07.1937 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>G\u00fcnther D\u00f6rzbacher * 20.09.1928 in GP, am 15.09.1939 nach GB geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Ruth D\u00f6rzbacher * 21.11.1924 in GP, am 15.09.1939 nach GB geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Ruth Lang * 27.07.1925 in S\u00fc\u00dfen, deportiert 01.12.1941 nach Riga, \u00fcberlebt<br><\/li>\n\n\n\n<li>Siegfried Lang * 10.07.1925 in S\u00fc\u00dfen, deportiert 01.12.1941 nach Riga, \u00fcberlebt<br><\/li>\n\n\n\n<li>Leo Lerner * 03.09.1929 in GP, am 30.05.1939 nach China geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Pnina Plawner * 07.03.1926 in Haifa, 1939 nach Polen geflohen, ermordet<br><\/li>\n\n\n\n<li>Rita Puder (keine Daten vorhanden)<br><\/li>\n\n\n\n<li>Renate Reutlinger * 30.07.1930 in Kirchheim\/Teck, geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Doris R\u00f6delsheimer * 18.08.1930 in GP, deportiert 01.12.1941 nach Riga, ermordet<br><\/li>\n\n\n\n<li>Lise R\u00f6delsheimer * 31.08.1928 in GP, deportiert 01.12.1941 nach Riga, ermordet<br><\/li>\n\n\n\n<li>Kurt Rothschild * 04.03.1929 in Stuttgart, am 10.92.1938 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Ruth Rothschild * 19.03.1931 in Stuttgart, am 10.02.1938 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Herbert Steiner * 08.12.1927 in GP, am 26.11.1938 in die USA geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Hilde Stern * 04.01.1929 in Gie\u00dfen, deportiert 01.12.1941 nach Riga, ermordet<br><\/li>\n\n\n\n<li>Wolfgang Veit * 17.05.1927 in GP, am14.01.1938 nach Belgien geflohen<br><\/li>\n\n\n\n<li>Ruth Vollweiler * 30.09.1927 in Kirchheim\/Teck, 1940 nach Argentinien geflohen<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den 21 uns namentlich bekannten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der G\u00f6ppinger J\u00fcdischen Schule<em> <\/em>konnten 14 mit ihren Familien fliehen, f\u00fcnf Kinder wurden von den Nazis ermordet: <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/eislingen\/plawner-mina-pnina-rachel-dina-und-wolf-bernard\/\">Pnina Plawner<\/a>, <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/hilb-emil-und-elsbeth-oberdorfer-ludwig-oberdorfer-franz-sepp-oberdorfer-doris-roedelsheimer-lise-roedelsheimer\/\">Lisa und Doris R\u00f6delsheimer<\/a>, <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/119-2\/\">Inge Banemann<\/a> und <a href=\"https:\/\/stolpersteine-goeppingen.de\/goeppingen\/stern-erna-hilde-berta-und-leo\/\">Hilde Stern<\/a>. Ihr Lehrer Fritz-Max Erlanger, der 1941 nach Ahlem gezogen war, wurde von Hannover aus nach Riga deportiert und starb im Verfolgungszusammenhang im Jahr 1945.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(24.07.2026 kmr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The introduction of the discriminatory \u2018German School\u2019 from 1936 Das NS-Regime nahm den reichsweiten Pogrom vom November 1938 zum Anlass, allen j\u00fcdischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ab dem 15. 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